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Fotos von Pierre Verger und Mario Cravo Neto


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Yoruba, auch: Iorubá

Ethnische Gruppe im Südwesten des heutigen Nigeria und im angrenzenden Benin (siehe Karte). Die Yoruba haben eine einheitliche Sprache, Religion und Kultur, lebten aber immer in politisch eigenständigen Stadtstaaten mit einem König an der Spitze. Bis in die heutige Zeit gibt es Yoruba-Könige.

Der Mythologie der Yoruba zufolge, begann die von Olorun bzw. Olodumaré *) veranlasste Erschaffung der Welt dort, wo später die Stadt Ife (auch: Ile-Ife) entstand. Tatsächlich war Ife wohl schon im 9. Jahrhundert u.Z. eine größere Siedlung. Der Aufstieg, die Blütezeit und der Niedergang des Stadtstaates erfolgte vom 11. bis 15. Jahrhundert. Noch danach hatte Ife eine große symbolische Bedeutung. Spätere Yoruba-Könige bezogen ihre Legitimation daraus, Nachkommen des Königs von Ife zu sein.

Vom 17. bis ins 19. Jahrhundert war das nordwestlich von Ife gelegene Oyo die dominante Macht in der Region der Yoruba. Oyo entstand Ende des 14., Anfang des 15. Jahrhunderts als kleines Königreich, erreichte seine größte Ausdehnung zwischen 1730 und 1748, als ihm selbst das mächtige Dahomey tributpflichtig war, und kollabierte in den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts. Es folgten lange andauernde Kriege und innere Konflikte.

1861 begann die Kolonisierung durch die Briten. 1960 wurde Nigeria unabhängig, im selben Jahr auch Dahomey, das seit 1863 eine französische Kolonie war und seit 1975 Benin heißt.

Die afro-brasilianische Kultur ist sehr wesentlich durch die Yoruba geprägt worden, da diese vom 18. bis Mitte des 19. Jahrunderts besonders zahlreich als Sklaven eingeführt wurden.


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